
Kronen Zeitung
ST. PÖLTENS NENTWICH
„Wir brauchen jetzt nicht die Nerven zu verlieren“
Nach dem Wolfsburg-Beben beginnt bei St. Pölten die Aufarbeitung. Die „Wölfe“ sollen nicht wie einst der FCN untergehen. Während NÖFV-Präsident Hans Gartner zur Causa deutliche Worte findet, versuchen die SKN-Funktionäre, die Gemüter zu beruhigen.
Richtig überrascht war man im Lager der St. Pöltner nach dem vorzeitigen Ausstieg des VfL Wolfsburg aus der Kooperation nicht. „Wir wussten ja, dass sie unseren Verein in der Bundesliga sehen wollten, mussten mit dieser Entscheidung nach drei Jahren ohne Aufstieg rechnen“, meint´SKN-Präsident Helmut Schwarzl, der nun einen Plan B braucht. Zumal 17 Kicker langfristige Verträge besitzen – teils kostspielige. „Wir arbeiten an Alternativen bzw. einem neuen starken Partner.“ Den es erst zu finden gilt. „Wir wissen, dass der Aufstieg ohne externe Hilfe künftig schwer möglich ist, sind auf alle Szenarien vorbereitet.“
Zum Beispiel auf Abgänge in der Führungsriege. Neben Sportchef Tino Wawra wackelt auch die Zukunft von Coach Philipp Semlic (Vertrag bis Sommer). Schwarzl: „Er hat sich nicht für Wolfsburg entschieden, sondern St. Pölten.“ Während Jan Schlaudraff, St. Pöltens Sport-Geschäftsführer, quasi als der verlängerte Arm des VfL an der Traisen galt. „Er steht voll hinter dem SKN. Ich glaube, dass er auch ohne Wolfsburg eine Zukunft bei uns hat.“
„Einiges wurde schon geschafft“
Als Kapitän erlebte Thomas Nentwich 1999 den finanziellen Untergang des FCN, als Sportvorstand glaubt er nicht an ein ähnliches Schicksal des SKN: „Wir brauchen jetzt nicht die Nerven zu verlieren“, so der Ex-Profi, „wir müssen schauen, was möglich ist und Sponsoren finden. Einiges wurde schon geschafft, es gibt gute Gespräche.“
„Keine Vertrauensbasis“
Weniger nett sprach der SKN meist mit dem Landesverband, etwa über die Akademie oder Verbandsspieler-Regelung – Präsident Hans Gartner kommentiert die Lage so: „Die hohe Fluktuation bei den Funktionären des SKN schafft halt keine besondere Vertrauensbasis, ein Klub braucht Kontinuität...“
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