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Kronen Zeitung

09.12.2020, 12:18
Steiermark
SK Puntigamer Sturm Graz

VORSICHT „SPENDI“

Ex-Sturm-Star wird von „Rocky“ trainiert

Kronen Zeitung
Lukas Spendlhofer hat bei Ascoli schon einen neuen Trainer. Mit Delio Rossi sitzt nun eine Skandalnudel auf der Bank des italienischen Zweitligisten, der gestern das Österreicher-Duell gegen Pisa mit dem Steirer Robert Gucher 1:2 verlor.


Vorsicht, mit diesem Trainer ist nicht gut Kirschen essen. 2012 war’s, als Delio Rossi für den großen Skandal in Italiens Serie A gesorgt hat. Der damalige Fiorentina-Trainer prügelte auf der Ersatzbank auf seinen eigenen Stürmer ein, nachdem dieser Rossi wegen seiner Auswechslung beleidigt hatte. Rossi wurde umgehend gefeuert und für drei Monate gesperrt.

Seit Anfang Dezember ist „Delio Rocky“, wie der Prügel-Trainer nach seinem Box-Auftritt getauft wurde, Trainer von Lukas Spendlhofer. „Ich hab den Skandal seinerzeit mitbekommen, aber bei uns ist Rossi ein ruhiger, älterer Herr“, sagt der ehemalige Sturm-Star zu seinem neuen Coach bei Serie-B-Klub Ascoli.

TitelCreditBild: AFP

Anreise im Boot
Vorgänger Valerio Bertotto wurde nach fünf Niederlagen in den ersten neun Runden in die Wüste geschickt. „Wir haben in Venedig mit 1:0 geführt, dann hat Bertotto trotz Führung in der Pause das System umgestellt“, erzählt der Innenverteidiger. Prompt ging das Match noch mit 1:2 verloren. Daraufhin platzte den Klubbossen der Kragen.

Auch wenn’s keine Punkte gab, die Anreise in die Lagunenstadt war ein Abenteuer. „Mit dem Boot, das war schon außergewöhnlich“, so „Spendi“, für den kein Heimaturlaub in Graz drinnen ist. „Bis 4. Jänner haben wir nur englische Wochen.“

Man darf gespannt sein, wann „Delio Rocky“ wieder einmal ausflippt. Letztmals brannten dem Heißsporn 2013 die Sicherungen durch: Nach einer Stinkefinger-Geste fasste er eine 2-Spiele-Sperre aus. Gestern hätte Rossi wieder auszucken können: Ascoli, wo Spendlhofer durchspielte, verlor in Pisa (der steirische Kapitän Robert Gucher wurde nach 57 Minuten eingewechselt) nach 1:0-Führung noch 1:2.


Burghard Enzinger, Kronen Zeitung