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24.11.2020, 09:19
Allgemein

BEWEGLICH WIE THIAGO

Warum du im Fußball nicht mehr DEHNEN solltest

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Wahrscheinlich wird euer Mannschafts-Warm-Up so oder so ähnlich aussehen:

Lockeres Einlaufen oder Einspielen, Lauf ABC, Andehnen, intensivere Vorbereitung mit weiteren Laufeinheiten, Richtungswechseln, Pässen etc., erneut Andehnen.

Soweit, so gut. Aber was wollen wir mit dem Dehnen im Fußball eigentlich erreichen?

Wir denken sofort an "verkürzte Muskeln", die wir länger machen wollen.
Daran, die Muskeln auf die Belastungen vorzubereiten.

Wir wollen "bereit" sein und keine Verletzungen riskieren. 
 
Diese Wünsche sind alle legitim, richtig und wichtig, doch die ernüchternde Nachricht ist folgende:

“Du wirst durch das Dehnen im Fußball keine der oben genannten Punkte erreichen. Und nicht nur das. Eventuell schadet dir das Andehnen sogar.”Mobility-Coach Bennifan.at quote icon


TitelCreditBild:

Doch zunächst ein kurzer Blick in die theoretischen Grundlagen zum Thema Dehnen im Fußball.
 



Bedeutung und Relevanz von Mobility-Training im Fußball


Was unterscheidet Mobility-Training im Fußball vom statischen Dehnen bzw. Stretching im Fußball?
Was ist Mobility-Training überhaupt?
Und welchen Nutzen bringt das Training der Beweglichkeit auf dem Fußballplatz?
 



Was ist Mobility-Training überhaupt?


Mobility befasst sich mit den folgenden Themen:

1. Muskuläre (Ver-)Spannungen
2. Beweglichkeitseinschränkungen von Gelenkkapseln und anderem körpereigenem Gewebe
3. Neuromuskuläre Koordination
4. Optimale biomechanische Positionierung des Körpers, der Gelenke und der Körperachsen bei Bewegungen (und in Ruhe)
5. Bewegungsspielraum von Gelenken (engl. „range of motion“ oder ROM)
6. Widerstandsfähigkeit des Körpers mit all seinen Strukturen gegen äußerer Reize
 
Kurz: Bei Mobility-Training handelt es sich um nichts anderes als Verletzungsprophylaxe
 
Das Thema "Mobility" sollte immer im Einklang mit dem Thema “Stability” gesehen werden. Neben Gelenkkapseln und Bändern werden Gelenke durch das Zusammenspiel verschiedener Muskeln stabilisiert.

Stability beschäftigt sich mit der Position von Gelenken (Wirbelsäule, Schulter, Hüfte, Knie etc.) und der Kraft, welche diese Stabilität bewahrt.

Grundsätzlich sollte zwischen den Begriffen Stretching und Mobility unterschieden werden:
Dr. Kelly Starrett (DPT und Bestselling Autor von “Werde ein geschmeidiger Leopard”) beschreibt Stretching oder besser gesagt statisches Dehnen im Fußball, als die “simple Verlängerung von verkürzten und verhärteten Muskeln” durch verschiedene Dehnmethoden.
Die Mobilisation hingegen ist ein “ganzheitlicher bewegungsgestützter Ansatz, der ALLE Bereiche anspricht, welche eine Beweglichkeitseinschränkungen zur Folge haben können” (eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit, neuronale Schwächen, motorische Einschränkungen etc.).
 

Warum sind Mobility und Beweglichkeit im Fußball wichtig?


Hier eine Übersicht der wichtigsten Faktoren:

TitelCreditBild:





Mobility schafft einen Ausgleich zur Alltagsbelastung


Wir leben immer mehr den sogenannten “sedentären Lebensstil”. Vereinfacht gesagt: Wir sitzen zu viel. Beim Essen, im Auto, bei der Arbeit, beim Treffen mit Freunden. Sitzen gehört mittlerweile zu unseren häufigsten Aktivitäten.

Der sitzende Lebensstil kann allerdings zu großen Schäden an unserem Bewegungsapparat führen. Wir brauchen demnach einen Ausgleich. Und dieser Ausgleich kann durch Mobility-Training stattfinden.

Die Mobilisation der Hüftbeugemuskulatur und der Hamstrings (ischiocrurale Muskulatur) sorgt zum Beispiel für einen Gegenpol zum alltäglichen Sitzen.
 



Mobility verbessert die Bewegungseffizienz


Durch das Erlernen von sicheren Bewegungsmustern sowie das reibungslose und vor allem uneingeschränkte Zusammenspiel von Muskelketten, während Bewegungen erreichen wir eine gesteigerte Bewegungseffizienz.

Dadurch brauchen wir für die gleiche Bewegung weniger Energie und können somit mehr Leistung erzielen. Du lernst zum Beispiel wie du deine Hüfte beim Springen effektiver einsetzt oder wie du mit einer optimalen Schulterposition mehr Push-Ups absolvieren kannst.
 


Mobility verringert das Verletzungsrisiko


Mobility-Training im Fußball steht für eine gesteigerte Beweglichkeit. Das bedeutet nichts anderes, als dass wir unsere Bewegungen sicherer und über einen vergrößerten Bewegungsradius ausführen können.

TitelCreditBild:


Verletzungen entstehen meist durch suboptimale Gelenksstellungen oder durch ein Ungleichgewicht von Muskelgruppen. Wenn wir unsere Beweglichkeit verbessern, verhindern und beseitigen wir diese sogenannten “Dysbalancen” und können akute wie auch chronische Verletzungen verhindern.
 

Sicherheit zurückgewinnen nach Verletzungen


Durch das Mobility-Training im Fußball kannst du die Sicherheit nach Verletzungen wieder zurückgewinnen, in dem die Bewegungsspielräume angetestet werden, die nach einer Verletzung ein Unsicherheitsgefühl hervorrufen können.

Nach einer Schulterluxation (und anschließender Heilungsphase) kann zum Beispiel durch vorsichtige Außenrotationsmaßnahmen das Gelenk in Überkopfpositionen wieder belastet werden. Schrittweise kann dann die Belastung wieder gesteigert werden bis die Sicherheit zu 100% zurückgewonnen wird.

Das Mobility-Training im Fußball ist in vielerlei Hinsicht “Hilfe zur Selbsthilfe"
Denn Mobility kombiniert im Fußball das Dehnen (=Flexibilität) mit der Kontrolle deines Nervensystems (=Kraft). Man kann demnach festhalten: Mobility = Flexibilität + Kraft.
 

Passives Dehnen vor dem Fußball:

Mehr Fluch als Segen


Das Hochlegen des gestreckten Beins bei gleichzeitigem "nach vorne Lehnen" des Körpers fühlt sich zwar so an, als würden wir in irgendeiner Form spannungsregulierend arbeiten (gefühlt vor allem in der Oberschenkelrückseite).

Doch da gerade Fußballer hier große Einschränkungen aufzeigen, erreichen wir hier nur eins:
Die Aktivierung eines Schutzreflexes.

TitelCreditBild:


Dehnen im Fußball:

Ein Mobility-Pogramm von Benni Heizmann



Übung 1: Moving Heel Sit



 
Mit dieser Übung verbessern wir die Plantarflexion deiner Sprunggelenke. Diese ist wichtig für Sprungbewegungen sowie die Funktionalität der Sprunggelenke.

Setze dich auf deine Fersen und bringe deine Füße in die Plantarflexion. Hebe nun abwechselnd dein linkes und rechtes Knie vom Boden und lehne dich von links nach rechts. Falls die Spannung zu groß sein sollte, so gehe bis an den Punkt, der für dich erträglich ist.

● Begib dich in die Startposition, den Fersensitz
● Hebe abwechselnd dein rechtes und linkes Knie an
● Stütze dich mit den Händen hinter dem Körper ab
 



Übung 2: Deep Squat Stand



 
Die tiefe Kniebeuge mit Beinstreckung legt den Fokus auf die Mobilität deiner Oberschenkel-Rückseite. Mit dieser Übung aktivierst du eine verletzungsanfällige Körperstelle und schützt dich so vor muskulären Überbelastungen sowie unnötigen Ausfallzeiten.

Begib dich in die tiefe Kniebeuge und greife mit beiden Händen unter deine Zehen. Strecke anschließend deine Beine und behalte dabei die Hände unter deinen Füßen. Du solltest eine Spannung auf der Rückseite deiner Oberschenkel spüren. Wenn du deine Beine nicht vollständig strecken kannst, dann greife mit deinen Händen deine Sprunggelenke anstelle der Zehen.

● Starte in einer tiefen Kniebeuge
● Greife mit Händen oder Fingern unter die Zehen
● Strecke deine Beine durch
● Begib dich wieder zurück in die Startposition
 



Übung 4: Hip Twister


 

Zahlreiche muskuläre Verletzungen sowie Knie- und Rückenprobleme wären mit mehr Mobilität im Hüftgelenk vermeidbar. Mit dieser Übung wird deine Hüfte beweglicher und somit deine Verletzungsanfälligkeit geringer.

Setze dich auf den Boden und winkle deine Beine so an, dass du im Hürdensitz bist. Hebe nun von deinem hinteren Bein deinen Fuß und Unterschenkel vom Boden ab und lasse dabei anfangs das Knie noch am Boden (Innenrotation der Hüfte). Nun führst du das hintere Bein über Außen nach vorne, streckst es und hebst es an. Anschließend führst du es wieder über Außen nach hinten, wo du zuerst das Knie, dann den Unterschenkel und dann den Fuß wieder ablegst.
Wiederhole die Übung auf der anderen Seite. Du kannst dich während der Übung mit dem Oberkörper bewegen, um die Balance zu halten. Auch der Einsatz der Hände ist als Unterstützung möglich.

● Starte im Hürdensitz
● Hebe Fuß und Unterschenkel des hinteren Beines vom Boden ab
● Führe dein Bein über Außen nach vorne, strecke es und hebe es wieder an
● Führe es anschließend über Außen wieder nach hinten und lege es ab
 



Übung 5: Deep Squat Rotation



 
Sprunggelenk, Hüfte und Oberkörper? Daran gilt es für Fußballer zu arbeiten.

Begib dich in die tiefe Kniebeuge. Greife mit der linken Hand an dein rechtes Sprunggelenk. Rotiere deinen Oberkörper nach rechts und strecke deinen Arm nach oben. Verharre kurz in dieser Position und gehe zurück in die Ausgangsposition. Jede Armstreckung zählt als eine Wiederholung.

● Starte in der tiefen Kniebeuge
● Rotiere im Oberkörper
● Strecke den freien Arm nach oben aus und halte kurz die Endposition




Die Lösung - MobilityLAB und GAMECHANGER

Mit dem GAMECHANGER durch die ganze Saison


TitelCreditBild:



Mit dem MobilityLAB zu mehr Beweglichkeit


TitelCreditBild:


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Du bekommst nicht nur eine erste Übersicht, sondern kannst schließlich auch deine fußballspezifische Beweglichkeit mit einem Teil unseres Eingangstestes durchlaufen.

Deshalb denk immer daran:
“Dich aktiv in einem größtmöglichen (und sicher kontrolliertem) Radius bewegen zu können ist deine Chance verletzungsfrei und mit Höchstleistung durch die Saison zu kommen.”Mobility-Coach Bennifan.at quote icon


 
Be Fearless.
Be Focused.
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