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Kronen Zeitung

11.12.2020, 14:16
UEFA Europa League

EUROPA-LEAGUE-AUS

Bittere Rapid-Realität: Nötige Qualität fehlte

Kronen Zeitung
Keine Spur von Final-Stimmung in Hütteldorf, die Wiener brachten Molde beim 2:2 nie richtig in Gefahr. Die Kühbauer-Truppe verabschiedete sich als Gruppen-Dritter aus der Europa League - und das auch verdient.

Die Stimmung gestern Abend in Hütteldorf? Nahe am Gefrierpunkt. Doch es lag nicht nur an der klirrenden Kälte, dem Schneeregen und den leeren Rängen, dass Rapids Kicker wie begossene Pudel die internationalen Bühne verließen. Nichts wurde es mit dem dritten Sechzehntelfinale (nach 2015 und 2018) in der Europa League. Grün-Weiß kam im Aufstiegs-Finale gegen Molde nur zu einem 2:2, hätte aber einen Sieg mit zwei Toren Differenz gebraucht. So fühlte es sich nie wie ein Finale an, schied Rapid als Gruppen-Dritter aus.

„Ich verstehe es selbst nicht, habe keine Erklärung, für den Aufstieg war es zu wenig, den Schuh müssen wir uns anziehen“, war Trainer Didi Kühbauer bitter enttäuscht. Weil die Präsenz in den Zweikämpfen, das Selbstvertrauen und letztlich auch die Cleverness fehlte. Etwa beim 1:2 nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff. „Ein Stich ins Herz“, wusste Kühbauer. „Das war für uns ein Schlag in die Fresse“, sagte Flügel Schick. „Irgendwann kommst du an deine Grenzen. Molde war unsere Grenze.“

TitelCreditBild: GEPA

Was bitter ist, unnötig war. Okay, die Norweger gewannen zehn ihrer letzten 14 Spiele, verloren seit Ende September nur gegen Arsenal – aber für Rapid reichte es schon, kompakt, gut organisiert zu stehen. Und Molde hatte mit Magnus Wolff Eikrem einen Führungsspieler. Grün-Weiß nicht. 

„Mehr Überzeugung“
„Sie sind nicht besser als wir, aber sie hatten mehr Überzeugung“, erkannte Kühbauer den Unterschied. Wobei Rapids K.o. über die gesamte Gruppenphase verdient war. Nie spielte man zu null, nur beim 1:2 beim Auftakt daheim gegen Arsenal 70 Minuten stark.

TitelCreditBild: GEPA

Letztlich fehlte Rapid mit den Ausfällen die nötige Qualität. Selbst für Molde. Das ist die bittere Realität.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung