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Kronen Zeitung

02.12.2020, 12:05
UEFA Champions League
Bundesliga

DIE BULLEN-STRATEGIE

Salzburg: Der Finanz-Kaiser auf Schnäppchenjagd

Kronen Zeitung
183 Millionen Euro Rekord-Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr. Mehr, als die Erträge der restlichen elf Bundesliga-Klubs zusammengerechnet. Gestern zusätzliche 2,7 „Mille“ für den ersten Gruppenphasen-Sieg verbunden mit den rosigen Aussichten, im Frühjahr zumindest in der Europa League weiter kräftig Europacup-Geld zu scheffeln: Salzburg ist national unerreichter Finanzkaiser. Und selbst in den Topligen wie Deutschland oder gar England mischen die Bullen mit diesen Einnahmen bereits im gehobenen Mittelfeld mit.


Ausgabenseitig, gerade was das Holen neuer Spieler betrifft, hält sich Salzburg (im internationalen Vergleich) aber in der Regel immer noch vornehm zurück. Zwar werden für Brenden Aaronson (von Philadelphia) rund fünf Millionen auf den Tisch gelegt. Viel mehr Frischfleisch dürfte im Winter im Erste-Kader aber nicht dazu kommen. Auf die Frage von Sky vorm Lok-Match, ob man aufgrund der Defensiv-Probleme nicht einen Batzen Geld für einen hochroutinierten Verteidiger oder einen absoluten Top-Torhüter in die Hand nehmen wolle, antwortete Salzburg-Sport-Direktor Christoph Freund trocken: „Es ist nicht unser Weg, ältere Spieler zu holen, bis auf wenige Ausnahmen. Wir werden diesen Weg nicht verlassen!“

Christoph FreundTitelCreditBild: GEPA

Auch die mögliche Verpflichtung von Rieds Marco Grüll würde wohl nicht sonderlich auf den Kontostand drücken. Salzburg muss sich zwar die Frage gefallen lassen, warum man nicht in der finanz-intensiven Akademie in Liefering mehrere vergleichbare Kicker wie den 22-jährigen Nicht-Akademiker Grüll hervorbringt.

Marco GrüllTitelCreditBild: GEPA

An der Bullen-Schnäppchenjagd-Strategie an sich gibt’s aber nichts auszusetzen: Für Albert Vallci - kam mit 23 Jahren 2019 von Nachzügler Wacker Innsbruck - und Stefan Lainer (22-jährig von Ried) gab man zusammen nicht mal eine Million Euro aus. Beide genießen mittlerweile A-Teamspieler-Status und sind ein Vielfaches der „Import-Summen“ wert.


Valentin Snobe, Kronen Zeitung