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Kronen Zeitung

28.08.2020, 16:29
ÖFB Cup

„BÜROKRATIE-WILLKÜR“

Corona-Wirbel um Cup-Spiel! Sturm Graz verärgert

Kronen Zeitung
„Gesundheitsministerium overruled die Stadt Graz“, heißt es in einer Aussendung von Bundesligist Sturm Graz am Donnerstagabend. Hintergrund: Die Steirer dürfen im Heimspiel der Auftaktrunde des österreichischen Fußball-Cups am Freitag gegen SV Innsbruck nun doch nur die per Verordnung festgeschriebenen 1250 Zuschauer ins Stadion lassen und nicht die geplanten und von der Stadt zugelassenen 7200 Besucher.

Die Grazer hatten im Vorfeld des Spiels ein ausgeklügeltes Konzept vorgelegt, das unter anderem die strikte Trennung von Sektoren und die Registrierung der Besucher vorsah, die Grazer Behörden hatten dieses abgenommen. So hätten theoretisch über 7200 Zuschauer in der Merkur Arena Platz nehmen sollen. Auch Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) stand hinter den Plänen.

Uneinigkeit der Politik
Verwundert darüber zeigten sich aber das Gesundheitsministerium in Wien und Lokalpolitiker aus anderen Bundesländern. So forderte am Donnerstag etwa der Salzburger Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) eine „einheitliche Handhabung“ der relevanten Corona Lockerungsverordnung. Laut dieser sind bei Veranstaltungen im Freien - mit Bewilligung der für den Veranstaltungsort örtlich zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde - bis Ende August maximal 1250 Personen zulässig. Mit 1. September verschiebt sich diese Höchstgrenze auf 10.000 Personen.

Geschäftsführer Wirtschaft Thomas Tebbich (li.) neTitelCreditBild: Sepp Pail


Sturm stinksauer
Nun ist der Ärger bei Sturm riesig. „Das von der Stadt Graz als sehr gewissenhaft bezeichnete und für die nächsten Wochen wohl wegweisende Covid-19 Präventionskonzept des SK Sturm fiel, nur wenige Stunden vor Anpfiff des Cupspiels, der willkürlichen Bürokratie des Ministeriums zum Opfer“, heißt es in der Aussendung des Klubs. Auch Geschäftsführer Wirtschaft Thomas Tebbich zeigte sich erbost: „Wir haben in den letzten Wochen für die Erstellung unseres Sicherheitskonzepts extremen Aufwand betrieben und enorme Kosten dafür getragen. Ohne Planungssicherheit ist es unmöglich, einen Verein sorgfältig zu führen. Vor allem, wenn man bereits eine behördliche Bestätigung in den Händen hält.“

Die beeindruckende Nordtribüne mit den Sturm-FanklTitelCreditBild: Jürgen Radspieler


Anstelle der von der Kommunalbehörde genehmigten 7200 Zuschauer dürfen laut neuem Bescheid am Freitag lediglich die besagten 1250 Personen inklusive Akteure in die Merkur Arena. Weil jedoch bereits weit mehr als 1.250 Tickets für das Cupspiel gegen SV Innsbruck an Abonnenten ausgegeben worden seien, wird der Club die nun zur Verfügung stehenden Plätze laut eigenen Angaben unter allen Dauerkartenbesitzern verlosen.


krone Sport, Kronen Zeitung