
Kronen Zeitung
TUCHEL GANZ OFFEN:
„Es gibt ein Level, wo es nicht mehr gesund ist“
Im Rahmen der Münchner Sportmesse ISPO zeigte Bayern-Trainer Thomas Tuchel von einer besonders privaten Seite. Themen waren unter anderem die Scheidung von seiner Ehefrau, sein Umgang mit Kritikern und seinen Job in der Öffentlichkeit.
„Es ist nicht schön, kritisiert zu werden, da bin ich wie jeder andere auch“, gestand Tuchel etwa, nicht immun gegen negative Kommentare zu sein. „Keiner kann damit wirklich gut umgehen, auch die Spieler nicht. Der Kopf wird getriggert. Bei 100 guten Kommentaren sehen wir eher die zwei schlechten. Es ist sehr hart, sich auf die guten zu fokussieren.“
„Leichter gesagt als getan“
Zwar habe sich der 50-Jährige bereits angewöhnt, keine öffentlichen Berichte mehr über sich zu lesen, dass sich etwa seine Eltern bei harter Kritik gegen ihren Sohn, Sorgen machen, mache dennoch etwas mit dem Krumbacher. „Es gibt ein Level, wo es nicht mehr gesund ist und meine mentale Gesundheit beeinflusst, und das will ich nicht. Aber das ist leichter gesagt als getan.“
Auch sein Privatleben machte Tuchel zum Thema und sprach ganz offen über seine Scheidung und die dadurch entstandenen Veränderungen: „Wir mussten immer ein neues Zuhause aufbauen und haben das jedes Mal gemacht. Wir sind immer mit der ganzen Familie gereist. Jetzt hat sich meine persönliche familiäre Situation leider ein bisschen geändert durch meine Scheidung.“ Die ganzen Umstellungen seien für seine Frau und die gemeinsamen Töchter stets sehr hart gewesen, schließlich hatten sie gleich mehrere Male ihre Freunde und Schule verlassen müssen, um neu anzufangen.
„Vieles Drumherum ist nur Gossip“
Ein Preis, den man als internationaler Trainer zu zahlen hat. Ebenso wie die ganzen Kameras um einen herum. Zwar sei das schon etwas Besonderes, allerdings brauche es all das für Tuchel nicht. „Ich würde es lieben, einfach nur Trainer zu sein, ohne das Drumherum. In Paris hatten wir Corona, in Chelsea wurden wir mit dem Krieg in der Ukraine konfrontiert und den eingefrorenen Vermögenswerten unseres Eigentümers Roman Abramowitsch. Ich musste drei-, viermal die Woche über Krieg und Sanktionen reden. Ich bin am glücklichsten, wenn ich eine gute Trainingseinheit hatte. Vieles Drumherum ist nur Gossip, das kann ich ohnehin nicht beeinflussen“, so der Champions-League-Sieger von 2021 (Chelsea).
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