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Kronen Zeitung

08.11.2020, 15:45

LANGE TORFLAUTE

Balaj ist mit Sturm noch nicht fertig

Kronen Zeitung
Nach Traum-Debüt schlägt sich Bekim Balaj seit Monaten mit einer hartnäckigen Torsperre herum. Sturm-Verbleib war für den Stürmer aber eine Frage der Ehre. Kann der Albaner beim Nationalteam den Tor-Knoten jetzt endlich zerschlagen?


Was für ein Debüt! Am 26. Juli des Vorjahres hatte Sturm Bekim Balaj unter Vertrag genommen, eine Woche später feierte er sein Bundesliga-Debüt. Und krönte es gleich mit seinem Goldtor beim 1:0-Sieg in Wolfsberg. Ein paar Runden später legte der albanische Henker gleich einen Doppelpack nach. Es schien, als hätte Sturm endlich einen Alar-Nachfolger gefunden.

Doch danach verliert die Geschichte ihre Leichtigkeit - statt zum Knipser wurde Balaj zum Sorgenkind. Meisterschaftstore kennt er nur mehr vom Hörensagen, seit 1. März hat er in der Liga nicht mehr getroffen. „Eine schwierige Situation, mit der ich nicht glücklich bin“, so der 29-Jährige, der mittlerweile auch seinen Platz in der Startelf eingebüßt hat.

„Es ist nach wie vor vorbildlich, wie Bekim den Fußball lebt, aber hoffentlich trifft er auch wieder“, meint Sportchef Andreas Schicker. „Ich gebe immer alles, habe stets versucht, dem Team nicht nur mit Toren zu helfen“, betont Balaj.

Angebote abgelehnt
Doch Stürmer werden am Ende des Tages an Toren gemessen. „Im Sommer habe ich einige Angebote gehabt. Doch ich bin hier noch nicht fertig und wollte Sturm so nicht verlassen. Ich will zeigen, dass ich mehr drauf habe“, sagt Balaj, der letzten Montag wieder bei seinem Stammitaliener unweit des Trainingszentrums speiste.

Zahlen musste er einmal mehr selbst. Dabei hatte der „San Pietro“-Chef ihm einst versprochen: „Für jedes Tor gibt’s ein Essen aufs Haus.“ Oft musste Angelo Urban die Spendierhosen nicht anziehen. Heute reist Balaj zum Nationalteam, vielleicht geht ihm ja dort der Knopf wieder auf.


Burghard Enzinger, Kronen Zeitung