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USV Fliesen Klampfer Gabersdorf

04.11.2020, 22:36

Der USVG-Kahn nimmt Fahrt auf

Teamreporter
Nach dem überraschenden Punkt auswärts beim Titelmitfavoriten Frohnleiten, gab es wieder Fußballkost in der heimischen AW-Versicherungsmakler-Arena. Vier Punkte aus den letzten beiden Partien - gut. Weitere drei Punkte gegen Tobelbad - besser. Und wieder ging es gegen einen Verein, wie schon gegen Frohnleiten (mit Patrick Wolf), der ein ehemaliges Sturm Graz-Urgestein als Trainer an der Seitenlinie stehen hatte. Heinz Thonhofer coachte den Gegner, der im selben Jahr in die Oberliga aufstieg, wie der USVG. Beide Mannschaften tümpelten heuer bisher allerdings eher in den unteren Regionen der Tabelle umher. Die Gastgeber wollten diesen Zustand aber am letzten Freitagabend ändern. Zwar kehrten Marco Luttenberger (in der Startformation) und Sebastian Huss (zu Beginn auf der Bank) in die Mannschaft zurück, doch nach nur einem Kurzeinsatz zuletzt in Frohnleiten, musste Nikolas Missethan mit neuerlichen Knieproblemen passen. Einige Umstellungen in der Aufstellung des USVG brachten zuletzt den dringend benötigten Erfolg. Also wollte man auch nicht unbedingt viel herumbasteln von Seiten des Trainer-Duos Luttenberger/Zürngast. Trotz der letzten beiden Partien in denen man punktete, war eine gewisse Verunsicherung zu spüren. Hat man endlich den Turnaround geschafft? Geht es dem USVG wieder gleich, wie nach den beiden Spielen gegen Gleinstätten und Mooskirchen, als man ebenfalls vier Punkte holte und dann 2:4 gegen den Tabellenletzten Bärnbach einging?

Der Beginn der Partie war von beiden Seiten verhalten. Abtasten war angesagt. Dies änderte sich nach sechs Minuten, als es 1:0 für die Gastgeber stand: Nejc Jager, der an diesem Abend unglaublich aufgeigte, eilte nach einem herrlichen Lochpass alleine auf den aus dem Kasten stürmenden Gästetormann, umkurvte ihn, doch sein Abschluss konnte noch im letzten Moment von einem Tobelbader Spieler von der Linie gekratzt werden, doch der Ball fiel dem nachstoßenden Blaz Roskar direkt vor die Füße, der das Leder nur mehr ins leere Tor schieben musste. Der Treffer tat der USVG-Seele gut und man kam danach immer wieder gefährlich nahe an das Tobelbader Gehäuse, allerdings ohne Kapital daraus zu ziehen. In Minute 21 hätte es 2:0 stehen können, doch Luttemberger nahm, nach einer Jager-Flanke, dem besser positionierten Jürgen Götz einen Kopfball weg, der klar über das Gäste-Tor segelte. Vier Minuten später der nächste dicke Sitzer für die Heimischen, als Luttenberger wiederum den perfekt losstartenden Jager in die Gasse schickte, dieses Mal konnte Tobelbad-Schlussmann Stefan Lenhart noch rechtzeitig das eigene Gehäuse verlassen, doch brauchte er beim Pressball mit Jager auch ein Quäntchen Glück, dass das Leder in die richtige Richtung abprallte. Dass die Gäste in dieser Zeit untätig waren, kann man nicht wirklich behaupten. Sie bemühten sich, kamen öfters gefährlich Nahe vor das Gabersdorfer Tor, doch scheiterte man meist am Ende an der Entschlossenheit. Die erste Möglichkeit gab es erst in Minute 28, als Florian Maku zwei Mal im Strafraum zum Abschluss kam, allerdings beim ersten Mal an Aljaz Pungartnik scheiterte und beim zweiten Mal die Kugel in den Abendhimmel jagte. War es ein Wachrüttler? Anscheinend. Denn vier Minuten später stand es plötzlich 1:1. Aleksa Misic übernahm eine Flanke von der linken Seite direkt mit dem rechten Fuß. Der Ball sauste unhaltbar an Pungartnik vorbei zum Ausgleich. Doch die Luttenberger-Mannen ließen nicht die Köpfe hängen und antworteten nur drei Minuten später mit der neuerlichen Führung. Wieder war es Luttenberger, der das Leder auf Jager durch die Abwehrkette in die Tiefe spielte, dieses Mal ließ der Slowene Lenhart keine Chance, umkurvte abermals den Torwart der Tobelbader und schob das Leder zum 2:1 ein. Jetzt gingen die Gastgeber ab wie die Feuerwehr. Dejan Kurbus zog nur kurz nach dem Führungstreffer aus 14 Metern ab, Lenhart musste sein ganzes Können aufweisen, um den scharfen Schuss in den Corner zu lenken. In Minute 41 war es zum dritten Mal das kongeniale Duo Luttenberger/Jager. Luttenberger mit dem Pass in die Gasse, Jager vor Lenhart, der abermals hervorragend reagierte. Eine Minute vor der Pause musste der Gäste-Goalie aber das Leder zum dritten Mal aus dem eigenen Kasten holen. Zuerst konnte er noch einen Luttenberger-Abschluss abwehren, doch der Ball prallte nach vorne auf Jürgen Götz ab, der sofort direkt abzog und mit einem herrlichen Schuss das 3:1 für den USVG besorgte. Es war zugleich der Pausenstand.

Kurz nach Wiederbeginn musste der stark aufspielende Marco Luttenberger mit Knieproblemen vom Platz. Der junge Konstantin Satzer übernahm seinen Part. Die Gäste kamen in der zweiten Hälfte mit mehr Elan auf den Platz und wollten unbedingt den Anschlusstreffer erzielen. Die richtig großen Möglichkeiten blieben aber aus. Ein 2:3 hätte die Partie in dieser Phase sicher spannend gemacht, doch die Gabersdorfer waren an diesem Abend gnadenlos. Mit der ersten Möglichkeit in Halbzeit zwei in Minute 63 stellten die Gastgeber auf 4:1. Zu zweiten Mal durfte Jager die Hände in die Höhe reißen, als er nach einem tollen Konter und Vorarbeit von Dejan Kurbus die Führung erhöhte. Als das gleiche Duo drei Minuten später (Flanke Kurbus - Flugkopfball Jager) auf 5:1 stellte, war die Partie entschieden. Jager mit dem achten Treffer der Saison und dem Hattrick in diesem Spiel. Gabersdorf hätte in Folge mit weiteren Möglichkeiten das halbe Dutzend voll machen können, doch ein Götz-Volley wurde noch entscheidend abgefälscht und ein Kopfball von Christoph Koinegg segelte nur knapp über das Tobelbader Gehäuse. Dazwischen stellten die Gäste zwar noch auf 2:5 (Torschütze: Antonio Sladoja), doch am Ende blieb es beim klaren Erfolg für den USVG.

Es scheint so, als hätte die Kampfmannschaft der Gabersdorfer das Gaspedal gefunden, doch der Zeitpunkt hätte schlechter nicht sein können. Zu Beginn der Woche wurde der Spielbetrieb zum zweiten Mal in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie vorzeitig beendet. Wie es mit der angebrochenen Herbstmeisterschaft weitergeht, ist noch nicht bekannt und auch nicht, ob es überhaupt eine Rückrunde geben wird. Das Problem ist, dass einige Mannschaften bis zu drei Spiele weniger bisher ausgetragen haben, da sie aufgrund positiver Corona-Fälle Partien absagen mussten. Im Jahr 2020 wird es auf jeden Fall keinen Amateur-Fußball mehr geben. Wann und wie es weitergeht wird von dieser Stelle aus noch rechtzeitig bekanntgegeben. Bleibt alle gesund!