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Kronen Zeitung

am 22.10.

Die XXXL-Rechnung

Kronen Zeitung
Das mit einer 9-Millionen-€-Kostenobergrenze beschlossene Stadion- Projekt des FC Blau-Weiß im Linzer Donaupark wird wohl 25 Millionen teuer – und soll die Politik genau deshalb am Ende gar nichts kosten ...

Architektonisch beeindruckend, stark, schön, modern ... Sagen die wenigen, die schon vor der heutigen Präsentation der Pläne einen kurzen Blick auf das Modell des neuen Linzer Donaupark-Stadions werfen hatten dürfen. Bei der heute auch Bürgermeister Klaus Luger und Sportlandesrat Markus Achleitner in der ersten Reihe stehen. Wie damals am 3. Juli 2019. Als Land und Stadt nach einem Horuck-Ruckzuck-Schulterschluss gleich mehrere sportpolitische Sensationen zu verkünden hatten:

▶ Dass der Pichlinger See auch in Zukunft nicht dem Fußball gehört, sondern weiter nur Flora, Fauna, sonnenhungrigen Haubentauchern und Wasserflöhen.

▶ Dass der LASK anstelle eines Areals nahe des Sees das Stadion auf der Gugl bis in das Jahr 2100 samt Baurecht bekommt.

▶ Und dass Zweitligist FC Blau-Weiß eine eigene Arena im Donaupark erhält.

Eine kleine, feine, bundesligataugliche und finanziell trotzdem günstige! Weshalb damals nicht nur die Kosten-Drittelung von Stadt, Land und Klub betont wurde, sondern auch eine Kostenobergrenze von gesamt neun Millionen ...

Doch noch lange ehe der erste Stadionziegel den Donaupark gesehen hat, wird heute wohl trotzdem ein 25-Millionen-€-Projekt präsentiert werden. Damit eine vermeintliche Kostenexplosion, die jedoch genau das Gegenteil zum Ziel hat.

Eine XXXL-Rechnung, bei der der Möbelriese Lutz eine Fixgröße ist. Der ja im Donaupark ein neues Einrichtungshaus baut. Dazu auch ein großes Lager braucht – auf dem wiederum die Fußball-Arena thronen soll. Weshalb die Politik nun nicht nur das Stadion selbst finanziert, sondern auch den Unterbau, um den dann an XXXLutz zu vermieten. Und das für mehrere Jahrzehnte! Was anfangs dem Einrichtungs-Riesen wirtschaftliche Vorteile bringen und hinterher die Kosten für den Stadionbau hereinbringen soll.