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USV Fliesen Klampfer Gabersdorf

01.09.2020, 09:17
Steiermark
Oberliga Mitte West

Rückkehr zur Normalität

Robert Divo
Zehn Monate dauerte es, bis man in Gabersdorf wieder ein
Pflichtspiel der Kampfmannschaft begutachten konnte. Die Corona-Seuche machte
es über ein dreiviertel Jahr nicht möglich, Oberliga-Fußball in der
AW-Versicherungsmakler-Arena durchführen zu können. Umso glücklicher war man,
dass es endlich wieder losging und das gleich mit einem richtigen Kracher: mit
dem FC Großklein kam es nicht nur zu einem Derby in der ersten Runde, sondern
auch ein Gegner, der in der Vorbereitung zeigte, dass die Ambitionen, heuer
wieder ganz vorne mitmischen zu können, sehr groß sind. Für den USVG, der eine
durchwachsene Vorbereitung hinter sich hatte, waren die Gäste leichter Favorit.
Außer dem Langzeitverletzten Nikolas Missethan, waren alle Neuerwerbungen mit
an Bord. Markus Schuster verstärkte die Innenverteidigung, während Nejc Jager
auf der linken Außenbahn im Mittelfeld zum Einsatz kam.

Sicher dachten sich einige Zuschauer, dass es zu Beginn des
Spieles zu einem Abtasten kommen würde. Zu lange ist die letzte Pflichtpartie
für beide Mannschaften her. Doch von der ersten Sekunde an entwickelte sich ein
toller und intensiver Derby-Fight um jeden Zentimeter. Den besseren Start
erwischten die Gastgeber. Nach Balleroberung im Mittelfeld setzte Marco
Luttenberger den ideal startenden Martin Holler im Zentrum ein, der
Großklein-Keeper Prasser mit einem flachen Schuss zur frühen Führung, die Partie
war gerade sechs Minuten alt, bezwang. Die Gäste, die im ersten Durchgang die
tonangebende Mannschaft waren, gaben sich unbeeindruckt und erhöhten die Drehzahl.
Nach zehn Minuten hätte der beste Mann an diesem Abend, Tadej Zagar-Knez, beinahe
ausgeglichen, doch der Slowene kam per Kopf nicht richtig an die Flanke heran,
sonst wäre es wohl zum ersten Mal sehr gefährlich geworden. Zwei Minuten später
war es Selbiger, der zum 1:1 traf: ein "Hammer" aus 25 Metern sauste unhaltbar an
Gabersdorf-Goalie Pungartnik vorbei in die Maschen. Ein toller Treffer. An diesem
Freitagabend hatten die Gäste das Visier sowieso extrem genau eingestellt, denn
nach einer knappen halben Stunde versuchte sich auch Kapitän Daniel Weber mit
einem Weitschuss und auch diese "Granate“ schlug unhaltbar hinter Pungartnik im
Gabersdorfer Kasten ein. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient, da
Großklein bissiger und zielstrebiger war als die Hausherren. Als kurz nach dem
Führungstreffer Matic Golob per Kopf eine weitere gute Möglichkeit für die
Gäste vergab, musste man schon Angst um die Heimischen haben. Danach wurde die
Partie etwas ruppiger. Es folgten vier gelbe Karten innerhalb von vier Minuten.
Gabersdorf versuchte sich in die Partie hineinzukämpfen, was aber in Halbzeit
eins nur bedingt gelang. Außer einem schönen Solo, aber eher harmlosen
Abschluss von USVG-Neuerwerbung Nejc Jager, war von den Hausherren nicht mehr
viel zu sehen vor der Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel kam der USVG besser ins Spiel, hatte mehr Ballbesitz,
war aber meist 25 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse mit dem Latein am Ende.
Zu harmlos agierte der Angriff, zu stark war der Beton von Großklein angerührt.
Zwar segelte Martin Holler in Minute 48 nur knapp an seinem zweiten Treffer
an diesem Abend vorbei, das war es dann aber auch schon mit den Möglichkeiten
im zweiten Durchgang. Die Gäste agierten abwartend und kamen im Konter
immer wieder gefährlich vor das Tor der Gastgeber. So "nagelte" Zagar-Knez
in der 57. Minute wieder einmal aus der Entfernung auf das Spielgerät und
bereitete damit dem USVG-Schlussmann einige Sorgen, der das Leder erst im
Nachfassen parieren konnte. Sieben Minuten später musste wieder Pungartnik
eingreifen. Mit einer Glanztat verhinderte er die Vorentscheidung. Drei Minuten
später war es Daniel Weber, der mit einem strammen Schuss das Gabersdorfer
Gestänge testete. Gabersdorf mehr am Ball, Großklein agierte aber über weite
Strecken des Spieles reifer. In der allerletzten Minute der Nachspielzeit dann aber
doch noch Glück für die Gäste: es wäre zwar nicht verdient gewesen, doch der in
Halbzeit zwei eingewechselte Florijan Jezovita bekam den Ball im Strafraum,
auch für den nicht immer sattelfesten Schiedsrichter klar ersichtlich, an die Hand,
aber zur Überraschung vieler Zuschauer und Spieler blieb die Pfeife des Referees
stumm. Eine glatte Fehlentscheidung! Am Ende blieb ein verdienter Sieg der Gäste
aus Großklein mit einem leicht fahlen Beigeschmack.

Für den USVG geht es am kommenden Wochenende, genauer gesagt
am Freitag, 4.9.2020 um 19 Uhr in der Weststeiermark beim ASK Köflach weiter.